Benediktinisches Leben

Benedikt von Nursia wurde um 480 bei Nursia in Umbrien in Italien geboren. Sein Todesjahr wird etwa auf 547 datiert. Als junger Mann ging Benedikt zum Studium nach Rom, vollendete es jedoch nicht, sondern zog sich in die einsame Gegend bei Subiaco zurück, um dort nach dem Vorbild der Wüstenväter Gott zu suchen. Nach einigen Jahren, in denen er Mönche um sich versammelte, gründete er das Kloster von Montecassino. Dort verfasste er auf der Grundlage der antiken Mönchsregeln die sogenannte Regula Benedicti. Sie ist eine Wegweisung zu einem gemeinschaftlichen Leben nach dem Evangelium. Benedikt gibt darin praktische Anweisungen, wie ein Leben in der Nachfolge Christi gelingen kann. Zentrale Bedeutung erhält der Gehorsam, den die Mönche aus Liebe zu Christus üben. Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe spiegelt sich wieder in den Aufforderungen dem Gottesdienst nichts vorzuziehen (RB 43,3) und sich einander in gegenseitiger Ehrfurcht zu übertreffen (RB 72,4). Die Bedeutung der Arbeit für das geistliche Leben bringt Benedikt zum Ausdruck, wenn er sagt: „Denn erst dann sind sie wirklich Mönche, wenn sie von der Arbeit ihrer Hände leben, wie unsere Väter und die Apostel." (RB 48,8)

 

 

 

1653 gründete Mechtilde de Bar in Paris das Institut der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament, einer der zahlreichen Reformzweige, der sich im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet haben. Schnell verbreiteten sich die Klöster in Frankreich und Polen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das erste deutsche Kloster und 1890 die Gemeinschaft in Köln gegründet.

 

Als Kloster in der Stadt möchten wir ein Ort der Gottsuche und des Gotteslobes mitten unter den Menschen sein. Zur benediktinschen Lebensweise gehört es sich für das ganze Leben an eine bestimmte Gemeinschaft und damit an einen bestimmten Ort zu binden (stabilitas). Die Einbindung in die benediktinische Konföderation und die Freundschaft mit zahlreichen Klöstern in Deutschland, den europäischen Nachbarländern, Brasilien und Uganda erleben wir als Bereicherung unseres Lebens, die uns Horizonte weit über die eigenen Grenzen hinaus eröffnet.