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Aschermittwoch

Am Aschermittwoch (lat. Dies cinerum – Tag der Asche) beginnt die vierzigtägige Fastenzeit, auch als Bußzeit genannt. Diese Zeit dient als Vorbereitung auf Ostern, das Hochfest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus.

Jesus Christus hat 40 Tage in der Wüste gefastet, wo Er von Teufel versucht worden war (Matthäus 4,1-11). Durch das Fasten bereiten sich Gläubigen auf das Höchste Fest im Kirchenjahr vor und versuchen sich auf ihren Glauben konzentrieren und Gott näherkommen.

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete und fruchtbare Fastenzeit!

 

Ihre Benediktinerinnen

Die sieben letzten Worte Jesu

Johanna Domek OSB

Wenn immer wir beten, beten wir nicht nur vor Christus und zu ihm. Immer, wenn wir beten, beten wir in ihm. In IHN sind wir hineingenommen in der geheimnishaften Wirklichkeit der Taufe, durch die wir Seinem Leib und Leben eingegliedert wurden. ER ist unsere Erlösung und all unser Heil. Darum gilt, wenn immer Christen beten, beten sie durch Christus und mit Christus und in Christus.

 

Im 1951 erschienen Büchlein Die Beter mit vielen Abbildungen betender Menschen in der christlichen Überlieferung hat Reinhold Schneider hat eine bemerkenswerte Einführung geschrieben. Er zitiert darin Origines (+ 253): „Einen Ort suchen wir, um den Gesang des Herrn zu singen, einen Ort, um niederzufallen vor dem Herrn, unserem Gott in diesem fremden Land. Wo also ist dieser Ort? Ich fand ihn: Er kam auf diese Erde, einen heilenden Leib tragend, aufhebend den Leib der Sünde.“ Und Reinhold Schneider fährt fort: Es ist vielleicht das Äußerste, was vom Gebet gesagt werden konnte, eine Einsicht, der wir ihr Geheimnis lassen müssen: Christus ist der Ort des Gebetes.[i]

 

Auf dem Weg des Betens in Christus, kann es beispielsweise für die sieben Wochen der Fastenzeit eine gute und passende Gebetsübung sein, sich in die so genannten Sieben Letzten Worte Christi hineinzubeten,

-              indem man die Evangelienstellen der Passion liest und meditiert

-              indem man sich auf die Wirklichkeit Jesu in diesen Worten einlässt

-              indem man die Worte als Wiederholungsgebet immer wieder spricht

-              indem man diese Worte in die je eigene Wirklichkeit einlässt.

 

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lk 23,34)

 

Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. (Lk 23,43)

 

Frau, siehe dein Sohn. – Siehe deine Mutter. (Joh 19,26-27)

 

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. (Mk 15,34; Mt 27,46; Ps 22,2)

 

Mich dürstet. (Joh 19,28)

 

Es ist vollbracht. (Joh 19,30)

 

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. (Lk 23,46)

 

Die Sieben Letzten Worte sind kostbares Vermächtnis. Berühmt ist ihre Vertonung durch Joseph Hadyn (1796). Schon Heinrich Schütz hat 1645 ein Werk um sie komponiert. In unserer Zeit taten das beispielsweise die russische Komponistin Sofia Gubaidulina (2002) oder der 1959 geborene deutsche Komponist Ronald Autenrieth. Nicht alle können solche Werke schaffen. Aber hineinwachsen in das Gebet mit Christus, diese Worte mit Jesus beten lernen, das können alle Getauften. 


 
[i] Reinhold Schneider, Die Beter, Freiburg 1951, S.8.